Blog / Auto · Veröffentlichungsdatum: 20.01.2026 · Deutschland

TO-0, TO-1 & weitere Inspektionen: was dazugehört und wie Sie die Garantie behalten

Regelmäßige Wartung ist mehr als nur „Ölwechsel“: Sie schützt den Motor, erhält die Herstellergarantie und wirkt sich direkt auf Wiederverkaufswert und Verhandlungsspielraum aus. Unten finden Sie eine praxisnahe Übersicht zu TO-0/TO-1/TO-2 und weiteren Intervallen, grobe Kostentreiber sowie konkrete Schritte, wie Sie eine digitale Servicehistorie prüfen – gerade dann, wenn der Verkäufer sagt: „Kein Serviceheft, alles online“.

Wartung / Inspektion Garantie Händler vs. freie Werkstatt Digitale Historie Deutschland
TO-0, TO-1, TO-2 und Garantie: Umfang der Wartung und digitale Servicehistorie prüfen
Wartung ist keine Formalität: Sie entscheidet über Lebensdauer, Garantie und Wiederverkaufswert.

TO-0, TO-1 & weitere Inspektionen: was dazugehört und wie Sie die Garantie behalten

Eine saubere Wartungshistorie ist in Deutschland oft der Schlüssel zu einem guten Fahrzeugzustand – und beim Gebrauchtwagenkauf auch ein starkes Verhandlungsargument. Gleichzeitig sorgt regelmäßige Wartung dafür, dass die Herstellergarantie (und bei vielen Modellen auch Anschlussgarantien) nicht an formalen Punkten scheitert.

In der Praxis hört man häufig Begriffe wie TO-0, TO-1, TO-2 usw. – manchmal je nach Händler, manchmal je nach Marke. In diesem Artikel erklären wir verständlich, was sich dahinter verbirgt, welche Arbeiten typischerweise anstehen, wie die Kosten entstehen und was Sie tun können, wenn es kein Papier-Serviceheft gibt, weil „alles digital“ ist (VW, Volvo, Mercedes, BMW).

Was ist TO-0 und muss man es machen?

TO-0 (Null-Inspektion) ist eine frühe Kontrolle nach dem Kauf eines Neuwagens – häufig nach ca. 1.000–3.000 km oder nach 1–3 Monaten. Viele Händler bieten das als „Einfahr-Check“ an. Das kann sinnvoll sein, ist aber je nach Hersteller nicht zwingend Teil des offiziellen Wartungsplans.

Typischer Umfang einer TO-0 (je nach Marke/Modell):

  • 📌Kontrolle von Flüssigkeitsständen (Motoröl, Kühlmittel, Bremsflüssigkeit) und ggf. Nachfüllen.
  • 📌Ölwechsel + Ölfilter: bei manchen Herstellern empfohlen, um Abrieb aus der Einfahrphase zu reduzieren.
  • 📌Sichtprüfung Fahrwerk, Lenkung, Unterboden (z. B. Leckagen, lose Schellen, erste Geräusche).
  • 📌Reifendruck, Batterie-/Ladesystem-Check, Lichttest, Wischer & Basisfunktionen.
  • 📌Diagnose per OBD/Tester: Fehlercodes und ggf. Software-/Update-Hinweise.

Ist TO-0 Pflicht für die Garantie? In vielen Fällen nicht – sofern der Hersteller sie nicht ausdrücklich in den Servicevorgaben nennt. Häufig ist TO-0 eher ein Händlerangebot (manchmal kostenlos, manchmal kostenpflichtig). Entscheidend für die Garantie sind die planmäßigen Inspektionen gemäß Herstellerintervallen.

Wenn TO-0 kostenlos angeboten wird, ist es meist sinnvoll: kleine Undichtigkeiten, Software-Themen oder Montagepunkte fallen früh auf und lassen sich oft problemlos auf Garantie klären. Wenn TO-0 dagegen teuer ist und nicht im Wartungsplan steht, können Sie abwägen: Die Garantie bleibt erhalten, solange die regulären Inspektionen korrekt durchgeführt und dokumentiert werden.

TO-1, TO-2, TO-3…: Intervalle und typische Arbeiten

TO-1 ist meist die erste reguläre Inspektion – häufig nach 1 Jahr oder nach einem definierten Kilometerstand (je nach Hersteller z. B. 10.000–15.000 km; manche Modelle haben flexible Intervalle bis 20.000–30.000 km). Der konkrete Zeitpunkt steht im Serviceplan bzw. wird über Serviceanzeige/Condition Based Service (CBS) gesteuert.

Beispiele aus der Praxis: Viele VW-Modelle liegen oft bei „1 Jahr / 15.000 km“, BMW arbeitet häufig mit CBS-Anzeigen, Mercedes kennt A-/B-Services, Toyota hat in vielen Fällen 10.000 km-Intervalle. Wichtig: es zählt immer die Vorgabe für Ihre Motorisierung und Ihr Baujahr.

Was gehört typischerweise zu TO-1?

Der Grundumfang ist bei vielen Marken ähnlich:

  • ❗Motoröl + Ölfilter (Öl nach Freigabe/Norm des Herstellers).
  • ❗Innenraum-/Pollenfilter (bei vielen Modellen bereits bei TO-1).
  • ❗Diagnose + Zurücksetzen der Serviceanzeige (Fehlercodes, ggf. Updates nach Herstellervorgaben).
  • ❗Sicht- und Funktionsprüfung: Bremsen (Beläge/Scheiben/Leitungen), Dichtheit Motor/Getriebe, Fahrwerk/Lenkung (Basischeck), Beleuchtung, Flüssigkeitsstände, Wischer usw.
  • ❗Kleinigkeiten: Schmieren von Scharnieren/Schlössern, Reifendruck, ggf. Unterboden-/Korrosionscheck.

Den Luftfilter (Motor) tauschen viele Hersteller erst bei TO-2 oder nach Bedarf – je nach Einsatz (viel Staub/Kurzstrecke) kann es auch früher sinnvoll sein.

TO-2

TO-2 ist oft die erweiterte Inspektion nach ca. 2 Jahren bzw. einem höheren Kilometerstand. Zusätzlich zu TO-1 kommen häufig dazu:

  • 📜Motor-Luftfilter (Leistung/Verbrauch/Schutz des Turbos und Luftmassenmessers).
  • 📜Bremsflüssigkeit (bei vielen Herstellern alle 2 Jahre wegen Wasseraufnahme).
  • 📜Zündkerzen (Benziner) – abhängig von Kerzentyp und Vorgabe.
  • 📜Kraftstofffilter (bei vielen Dieseln ein relevantes Thema; je nach Bauweise).
  • 📜Gründlichere Prüfung von Bremsen und Fahrwerk – ab dem zweiten Jahr tauchen erste Verschleißpunkte häufiger auf.

TO-3, TO-4 und darüber hinaus

Spätere Wartungen wiederholen den Grundumfang, allerdings kommen in bestimmten Abständen „große“ Posten hinzu – und genau diese Punkte sind beim Gebrauchtwagenkauf besonders wichtig:

  • ☝Ab ca. 60.000 km (oder nach Plan): Zündkerzen (falls noch nicht gemacht), Keilrippenriemen (nach Zustand), sowie häufig Ölwechsel im Automatikgetriebe als „präventive Maßnahme“ (auch wenn manche Hersteller „Lifetime“ schreiben – viele Werkstätten empfehlen dennoch Intervalle).
  • ☝Bei 90.000–120.000 km: Zahnriemen (falls vorhanden) – ein kritischer Punkt. Ohne Nachweis ist das ein massiver Risiko- und Kostenfaktor.
  • ☝Kühlmittel (oft etwa alle 5 Jahre sinnvoll), auch wenn moderne Longlife-Mischungen lange halten.
  • ☝Öle in Differenzial/Verteilergetriebe/Haldex/Allrad-Komponenten: je nach Fahrzeug oft alle 40.000–60.000 km empfehlenswert.

Markenspezifisch unterscheiden sich Bezeichnungen und Logik (Mercedes A/B-Service, BMW CBS, Volvo Serviceintervalle), aber der Kern ist immer gleich: Flüssigkeiten, Filter und Verschleißteile haben klare Zeit-/Kilometerfenster – und fehlende Nachweise bedeuten Risiko.

Schnellübersicht: was wird wann gemacht – und warum ist es wichtig?

Praktisches Grundgerüst. Die exakten Intervalle hängen von Modell, Motor und Herstellerfreigaben ab.

Wartungspunkt Typisches Intervall Risiko bei Verzögerung
Motoröl + Ölfilter Meist 1 Jahr oder 10.000–20.000 km (nach Plan) Schnellerer Motorverschleiß, Ölverbrauch, im Extrem teure Folgeschäden.
Innenraumfilter Oft bereits bei TO-1, dann regelmäßig Schlechte Luft, beschlagene Scheiben, höhere Belastung der Klima.
Luftfilter (Motor) Häufig TO-2 oder früher bei staubiger Nutzung Leistungsverlust, Mehrverbrauch, höherer Verschleiß.
Bremsflüssigkeit Sehr oft alle 2 Jahre Schwächere Bremsleistung bei Hitze, Korrosion im System, Sicherheitsrisiko.
Zündkerzen (Benzin) 30.000–100.000 km (je nach Vorgabe) Zündaussetzer, Mehrverbrauch, Risiko für Spulen/Katalysator.
Kraftstofffilter (v. a. Diesel) 20.000–30.000 km oder nach Plan Probleme in der Kraftstoffversorgung, Risiko für Hochdrucksystem/Injektoren.
Automatikgetriebeöl (falls relevant) In der Praxis oft ~60.000 km (je nach Getriebe/Plan) Verschleiß/Überhitzung, Schaltprobleme, teure Reparaturen.
Zahnriemen (falls vorhanden) 60.000–120.000 km (modellabhängig) Kritisch: Riss → Motorschaden möglich.

Tipp für Käufer: Wenn zu „teuren“ Punkten (Zahnriemen/ATF/Bremsflüssigkeit) keine Nachweise existieren, ist das entweder Budget nach dem Kauf oder ein starker Hebel für Preisverhandlungen.

Kosten der Wartung: woraus setzt sich der Preis zusammen?

Die Kosten einer Inspektion variieren stark: Marke, Motor, Umfang, Region und natürlich die Werkstatt (Vertragshändler vs. freie Werkstatt). Typische Kostentreiber:

  • ✔️1) Material & Teile: Öl nach Freigabe, Filter (Öl/Luft/Innenraum/Kraftstoff), Zündkerzen, Bremsflüssigkeit usw. Originalteile sind oft teurer; hochwertige „OEM-Qualität“ kann günstiger sein.
  • ✔️2) Arbeitszeit (AW / Normstunden): Vertragshändler haben häufig höhere Stundensätze; freie Werkstätten sind meist günstiger.
  • ✔️3) Zusatzleistungen: Fahrzeugcheck, Probefahrt, Serviceanzeige zurücksetzen, Software-Updates (manchmal inklusive, manchmal extra).
  • ✔️4) Entsorgung/Umweltpauschalen: Öl- und Filterentsorgung wird in Deutschland häufig separat ausgewiesen.

Wichtig: Ein günstiges Angebot ist nur dann gut, wenn Spezifikationen stimmen (Ölnorm/Freigabe) und die Dokumentation sauber ist. Gerade bei Garantie- oder Kulanzfällen zählt am Ende, was nachvollziehbar belegt werden kann.

Garantie & Werkstattwahl: Händlerpflicht oder freie Werkstatt?

Eine der häufigsten Fragen: „Verliere ich die Garantie, wenn ich nicht beim Vertragshändler warten lasse?“ In der Praxis wird das von Verkäufern gern so dargestellt – rechtlich und faktisch ist es in vielen Fällen differenzierter. In der EU ist Wartung in einer qualifizierten freien Werkstatt in der Regel möglich, ohne dass die Herstellergarantie automatisch entfällt – sofern die Vorgaben eingehalten werden.

Entscheidend ist, dass:

  • ⚠️der Hersteller-Wartungsplan eingehalten wird (Intervalle und Arbeiten),
  • ⚠️Teile/Flüssigkeiten mit Freigaben bzw. gleichwertiger Qualität verwendet werden,
  • ⚠️die Wartung dokumentiert wird (Rechnungen/Arbeitsnachweise mit Datum, km-Stand, Arbeiten, Teilen und Öl-Spezifikation).

Wichtige Nuancen aus der Praxis

  • ⚠️Beweislast in Streitfällen: Bei größeren Garantieansprüchen wird die Historie sehr genau geprüft. Je sauberer die Dokumente, desto weniger Diskussionen.
  • ⚠️Anschlussgarantie / Serviceverträge: Zusatzprogramme können eigene Bedingungen haben (z. B. Wartung nur im Vertragsnetz). Das ist keine „gesetzliche Pflicht“, sondern Vertragsbedingung.
  • ⚠️Rückrufe & Software-Kampagnen: Diese laufen häufig über Händler. Eine freie Werkstatt sieht das nicht immer automatisch – man kann Kampagnen bei Bedarf beim Händler prüfen lassen.

Fazit: Sie müssen nicht „blind“ beim Händler bleiben – aber Sie sollten Wartung professionell und nachvollziehbar durchführen lassen. Gerade beim Gebrauchtwagenkauf ist eine klare Servicehistorie ein Pluspunkt, weil sie spätere Diskussionen mit Hersteller/Werkstatt deutlich reduziert.

Kurz-Checkliste vor dem Anruf beim Verkäufer (oder bei der Werkstatt): Wartung, Garantie, Servicehistorie

  • 🛠️1) Wann war die letzte Inspektion? Datum und Kilometerstand. Gibt es Rechnungen oder Arbeitsaufträge?
  • 🛠️2) Was wurde konkret gemacht? Öl/Filter, Bremsflüssigkeit (oft 2-Jahres-Intervall), Zündkerzen, Zahnriemen/Steuerkette (modellabhängig), Automatikgetriebeöl (wenn gemacht).
  • 🛠️3) Wo wurde gewartet? Vertragshändler oder freie Werkstatt? Wenn frei: Öl-Freigaben und Teilequalität nachvollziehbar?
  • 🛠️4) Gibt es eine digitale Servicehistorie? Kann der Verkäufer einen VIN-Ausdruck vom Händler besorgen oder Einträge im System zeigen?
  • 🛠️5) Gab es Garantiearbeiten/Kampagnen? Was wurde gemacht, gibt es Nachweise?
  • 🛠️6) Gibt es Lücken? Lange Intervalle ohne Nachweise = Risiko und Preishebel.
  • 🛠️7) Ist der Verkäufer kooperativ? Bereitschaft, Dokumente/Einträge zu zeigen, ist ein guter Vertrauensindikator.

Wenn Antworten unkonkret sind („wurde immer gemacht, aber keine Unterlagen“) ist das nicht automatisch Betrug – das Risiko steigt jedoch. Dann ist es sinnvoll, Budget für eine „Wartung ab Null“ einzuplanen und den Vor-Kauf-Check zu verstärken.

Digitale Servicehistorie: prüfen ohne Papierheft

Beim Gebrauchtwagenkauf hören Käufer immer öfter: „Kein Serviceheft, alles ist digital.“ Das ist bei vielen Marken tatsächlich üblich – allerdings haben Käufer dadurch nicht automatisch Zugriff. Wichtig ist deshalb: nicht nur glauben, sondern Einträge bestätigen lassen.

Typische Beispiele:

  • 🎁Volkswagen (VW/Audi/Škoda/SEAT): Viele Modelle nutzen digitale Serviceeinträge. Ein Vertragspartner kann anhand der VIN eine Historie (Datum/km/Art der Arbeiten) ausgeben – oft als Ausdruck.
  • 🎁Mercedes-Benz: Digitales Serviceheft (DSB). Teile der Historie sind über Apps sichtbar, die verlässlichste Variante ist ein VIN-Nachweis über einen Händler.
  • 🎁BMW: Serviceeinträge sind oft im Fahrzeug (iDrive) sichtbar, zusätzlich in Systemen hinterlegt. Händler können eine Historie anhand der VIN ausgeben.
  • 🎁Volvo: Serviceeinträge werden digital geführt; Händler können üblicherweise Besuche/Einträge bestätigen.

So prüfen Sie die digitale Historie praktisch

  1. 💎VIN-Ausdruck anfordern: Der Verkäufer bittet den Händler um Ausdruck/Bestätigung. Seriöse Verkäufer machen das in der Regel.
  2. 💎Gemeinsam zum Händler: Manche Infos werden nur dem Halter gezeigt – gemeinsam ist es einfacher.
  3. 💎Im Fahrzeugmenü prüfen: Bei einigen Marken sind Servicepunkte im Bordmenü sichtbar (z. B. BMW iDrive → Fahrzeugstatus → Servicehistorie).
  4. 💎Rechnungen/Arbeitsaufträge abgleichen: Digitale Einträge ohne Belege sind besser als nichts – Belege sind jedoch Gold wert.
  5. 💎VIN-Reports als Ergänzung: Online-Reports können Hinweise enthalten, sind aber nicht immer vollständig. Nutzen Sie sie als Zusatz, nicht als alleinige Wahrheit.

Wenn der Verkäufer behauptet, alle Services seien „immer beim Vertragshändler“ erfolgt, aber gleichzeitig keine Bestätigung liefern will, ist das ein Warnsignal. Dann sollten Sie das Risiko in die Preisverhandlung einrechnen oder konsequent zum nächsten Fahrzeug wechseln.

Praxisbeispiel: VW ohne Papierheft

Sie kaufen einen VW (z. B. Tiguan 2018) und hören: „Serviceheft gibt’s nicht.“ Dann bitten Sie um den Ausdruck „Digitaler Serviceplan“ (oder entsprechende Historie). Idealerweise sehen Sie lückenlose Einträge mit Datum und km. Fehlen Einträge über lange Zeit, ist das ein realistischer Hinweis auf Wartungslücken – und damit auf Verschleiß- und Garantie-/Kulanzrisiken.

Praxisbeispiel: Mercedes „online“

Eine App (z. B. „Mercedes me“) kann hilfreich sein, ersetzt aber nicht automatisch einen vollständigen Nachweis. Für eine saubere Bewertung ist ein Händler-Nachweis bzw. eine nachvollziehbare Dokumentation entscheidend.

Unser Ansatz bei Sicher-Check: Bei Vor-Kauf-Prüfungen bewerten wir Servicehistorie und Plausibilität immer mit. Wenn Lücken sichtbar sind, benennen wir Risiken (z. B. überzogene Ölintervalle, fehlende Bremsflüssigkeit, unklare Zahnriemen-Situation) und geben eine klare Empfehlung: verhandeln, Budget einplanen – oder lieber Abstand nehmen.

Fazit

Wartung ist kein „Papierkram“, sondern ein entscheidender Faktor für Zuverlässigkeit, Garantie und Wiederverkaufswert. Zusammengefasst:

  • 🕑TO-0 ist oft sinnvoll, aber nicht immer Pflicht – maßgeblich ist der Herstellerplan.
  • 🕑TO-1/TO-2 und weitere müssen planmäßig erfolgen: Öl, Filter und Flüssigkeiten sind günstiger als Folgeschäden.
  • 🕑Kosten ergeben sich aus Material, Arbeitszeit und Umfang; wichtig sind Freigaben und Dokumentation.
  • 🕑Garantie bleibt häufig auch bei Wartung in freien Werkstätten erhalten – wenn alles korrekt und belegbar ist.
  • 🕑Digitale Servicehistorie ist normal, aber als Käufer brauchen Sie Bestätigung (VIN-Ausdruck/Belege).

Wenn Sie ein Auto in Deutschland kaufen, unterstützen wir Sie mit einem professionellen Vor-Kauf-Check inklusive Service- und Historienprüfung – damit Sie nicht „auf Hoffnung“ kaufen, sondern auf Fakten.

Für die Preisverhandlung: welche Wartung/Nachweise bringen „Minus am Preis“?

Je weniger Wartungsnachweise und je näher teure Servicepunkte liegen, desto höher Ihr Risiko – und desto stärker Ihre Position in der Verhandlung.

Was fehlt / steht bald an Warum das den Preis drückt So formulieren Sie eine faire Forderung
Keine Rechnungen für regelmäßige Ölwechsel Unklarer Ölintervall/Ölspezifikation → höheres Motorrisiko „Ohne Nachweise plane ich Wartung ab Null und ein erhöhtes Motorrisiko ein – bitte im Preis berücksichtigen.“
Keine Bestätigung Bremsflüssigkeit (oft alle 2 Jahre) Sicherheitsrelevanter Punkt + Risiko von Korrosion „Bremsservice nach Plan ist fällig – ich bitte um Abschlag für die Wartung.“
Zahnriemen bald fällig / kein Nachweis (falls vorhanden) Kritischer Posten: Riss kann Motorschaden bedeuten „Zahnriemen ist fällig bzw. nicht belegt – das sind Pflichtkosten. Bitte Preis anpassen.“
Keine Nachweise zur Automatikgetriebe-Wartung bei hohem km-Stand Höheres Risiko für Getriebeschäden „Zur Risikoreduzierung ist Service/Diagnose nötig – bitte im Preis berücksichtigen.“
Lücken in der Servicehistorie Unklarer Zustand, schlechterer Wiederverkaufswert „Wegen Lücken bewerte ich das Fahrzeug niedriger – ich bitte um entsprechenden Abschlag.“
„Alles digital“, aber kein VIN-Ausdruck / keine Einsicht Ohne Bestätigung bleibt es Behauptung → Risiko steigt „Wenn die Historie nicht belegbar ist, muss der Preis die Unsicherheit widerspiegeln.“
Keine Nachweise zu großen Posten (Kerzen, Filter, Kühlmittel) Direkte Kosten nach dem Kauf „Ich plane die fällige Inspektion unmittelbar ein – bitte Abschlag für die Arbeiten.“
Keine Nachweise zu Rückrufen/Software-Kampagnen Evtl. zusätzliche Händlertermine nötig „Kampagnen müssen geprüft werden – bitte im Preis/Zeitrahmen berücksichtigen.“

Praxis-Tipp: Statt „geben Sie Rabatt“: fordern Sie Rabatt für ein konkretes Risiko. Wenn der Verkäufer nicht senken will, ist eine Alternative: Wartung vor Verkauf durchführen lassen oder schriftlich fixieren.

Hinweis: Wenn ein Verkäufer keine Nachweise liefert und gleichzeitig nicht verhandeln will, ist das oft ein Signal, lieber das nächste Angebot zu prüfen.

Werbung / *Affiliate

Bei Links und Bannern, die mit einem Stern (*) gekennzeichnet sind, handelt es sich um Affiliate-Links bzw. -Banner. Wenn Sie über einen solchen Link ein Angebot anfordern oder einen Vertrag abschließen, erhalten wir eine Provision vom jeweiligen Anbieter. Für Sie entstehen dadurch keine Nachteile und der Preis ändert sich nicht.

FAQ — häufige Fragen

Ist TO-0 zwingend nötig, um die Garantie zu behalten?

Meistens nein: TO-0 ist häufig kein verpflichtender Punkt im offiziellen Herstellerplan, sofern es nicht ausdrücklich gefordert wird. Es kann aber als früher Check nach der Einfahrphase sinnvoll sein.

Kann ich Wartung in einer freien Werkstatt machen und trotzdem Garantie behalten?

In der Regel ja: Entscheidend sind Einhaltung des Herstellerplans, passende Freigaben/gleichwertige Teile und eine saubere Dokumentation (Rechnungen/Arbeitsnachweise mit km-Stand, Arbeiten, Öl-Spezifikation).

Welche Unterlagen sind für Garantie/Ansprüche am wichtigsten?

Rechnungen und Arbeitsaufträge mit Datum/km-Stand, genauer Leistungsbeschreibung, Teilen/Artikelnummern und Öl-Spezifikation. Je nachvollziehbarer die Dokumente, desto weniger Diskussionen im Garantiefall.

Wie prüfe ich eine digitale Servicehistorie, wenn es kein Papierheft gibt?

Fordern Sie einen VIN-Ausdruck beim Händler an, prüfen Sie Einträge im Fahrzeugmenü/Apps (falls verfügbar) und gleichen Sie Daten/Kilometerstände mit Rechnungen ab. Wenn der Verkäufer keine Bestätigung liefern will, steigt das Risiko.

Haftungsausschluss:
Die Inhalte in unseren Blogartikeln spiegeln die persönliche Meinung der Autoren wider und dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken.
Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

← Zurück
Schreiben